Lücken-Bewirtschaftung: BEKO-Schweber vs. Lakunarität

Was hat der BEKO-E-Schweber mit der Lakunaritäts-Forschung zu tun?

Städte wachsen. Immer mehr Menschen ziehen zu, um in den Städten zu leben und zu arbeiten. Die Verkehrsdichte wächst und wächst. Aus der Sicht der Menschen wird das Verkehrssystem einerseits immer besser aber gleichzeitig immer komplizierter. Der Freiraum für den einzelnen Menschen wird enger. Es geht immer mehr darum, Lücken zu finden. Parklücken, freie Sitzplätze, eine günstige Wohnung, einen Kindergartenplatz, einen Tisch im Restaurant. Eine Lücke im System.

Die Wissenschaft von den Lückensystemen nennt man Lakunarität. Fraktale Gebilde, wie Verkehrssysteme haben typische Lakunaritätsmuster. BEKO erforscht diese.

BEKO-E-Schweber: Die rollende Einkaufstasche

Ein spezielles Problem in hochentwickelten Städten ist die sogenannte Mikroreise. Wenn sich jemand von A nach B in der Stadt bewegen will, muss er fast immer zwischen mehreren Verkehrssystemen wechseln. Jeder Wechsel bedingt eine typische Lücke, die man nur mit den Mitteln seines Körpers überwinden kann. Das kann manchmal angenehm sein, manchmal aber sehr nerven. Längere Fußstrecken in Verbindung mit kleinen Tragelasten können sehr lästig sein. Hier setzt die Schweber-Idee ein.

Es gilt ein Gerät zu schaffen, das mehrere gegensätzliche Eigenschaften in sich verbindet. Es soll klein sein, einen erwachsenen Menschen tragen, unebene Böden verkraften, einen elektrischen Hilfsantrieb vorweisen, zusammenlegbar sein, ein kleines Ladevolumen ermöglichen, leicht zu tragen sein, billig, sicher und einiges mehr. Und es soll auch älteren Menschen Spaß machen.

Auf Basis umfangreicher Studien von verschiedensten Mikroreisen wurden mehrere Zielgruppen definiert und am Weltmarkt dutzende e-Mobility-Kleinstgeräte für Praxistests eingekauft. Auf diese Weise wurde klar, dass es beim Schweber um mehr geht als um ein Kleinfahrzeug. Es geht um einen urbanen Lifestyle. Dieser muss vorgelebt und vermarktet werden. Die Verkehrslücken müssen genutzt werden. Für diese Marketingstrategie wurde der Spazierschweberclub gegründet und im Facebook etabliert. Mit fast 9000 Followern gehört der Club inzwischen zu den zwanzig populärsten österreichischen Facebook-Seiten im Sport.

Daneben wurden mehrere Prototypen des elektrischen BEKO-Schwebers konstruiert, gebaut und getestet und ein Patent angemeldet, das inzwischen auch erteilt wurde. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Serienproduktion.

Am Schweber-Projekt konnten für BEKO wertvolle Erfahrungen im interdisziplinären Vorgehen bei komplexen Projekten an der Schnittstelle zwischen Technik, Finanzwirtschaft, Stadtentwicklung, Barrierefreiheit, Marketing und Lückenverwertung gewonnen werden, die auch für andere Projekte vorteilhaft sind und wichtiges Erkenntnismaterial für BEKO bilden. Und wenn alles gut geht, könnte es auch ein wertvolles Geschäft werden.

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